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Praktikumsvertrag und Praktikumszeugnis

Veröffentlicht von | 4. Mai 2012 | Praktikumsrecht

Damit im Falle eines Scheinpraktikums rechtlich gegen den Praktikumsgeber vorgegangen werden kann, ist ein Vertrag unabdingbar. Darauf hat jeder Praktikant definitiv Anspruch:

“Der Praktikant ist Verbraucher i.S.d. des § 13 BGB. Nach § 13 BGB ist Verbraucher jede natürliche Person, die ein Rechtsgeschäft zu einem Zweck abschließt, der weder ihrer gewerblichen, noch ihrer selbständigen beruflichen Tätigkeit zugerechnet werden kann. Insofern unterliegt auch der Praktikumsvertrag dem Verbraucherschutzrecht.”[1]

Praktikumsvertrag

In einen Praktikumsvertrag gehören folgende Punkte:

  • Dauer des Praktikums (Beginn und Ende)
  • Name und Anschrift der Vertragsparteien
  • Höhe der eventuellen Vergütung
  • Arbeitszeiten
  • Ort des Praktikums
  • Tätigkeitsbereich
  • Ausbildungsziel
  • Urlaubszeiten
  • Kündigungsfristen
  • Hinweis auf eventuelle Tarifverträge, Betriebsvereinbarungen, die auf das Praktikumsverhältnis anzuwenden sind (vgl. students-at-work.de)

Ist der Vertrag unterschrieben, ist das Praktikum in der Tasche. Der Erhalt eines Praktikumszeugnisses muss keineswegs vertraglich festgeschrieben werden.

Praktikumszeugnis

Anspruch auf ein Zeugnis haben alle Praktikanten. Dies ergibt sich aus dem § 630 des BGB und dem § 16 des BBiG. Ein Praktikumsvertrag ist ebenfalls bestimmten Formalia unterworfen. In der Regel genügt für den Text eine Seite. Das Zeugnis setzt sich aus den angegebenen Abschnitten zusammen – und zwar in genau dieser Reihenfolge:

  1. Abschnitt: allgemeine Angaben zur Person, Zeitraum und Ort des Praktikums
  2. Abschnitt: Vorstellung des Unternehmens
  3. Abschnitt: Nennung des Tätigkeitsfeldes, übertragene Aufgaben (möglichst präzise, hier bietet sich auch eine Auflistung an)
  4. Abschnitt: Aussagen zur Arbeitsweise
  5. Abschnitt: Aussagen zum Verhältnis zu Kollegen und Vorgesetzten
  6. Abschnitt: ein in einem Satz verpacktes Dankeschön für die Zusammenarbeit

Bei jedem Praktikumszeugnis gilt: Nicht weniger ist mehr, sondern mehr ist mehr! Mit Superlativen sollte zwar nicht gerade um sich geworfen werden, dennoch kann sich deren sparsamer Gebrauch negativ auf das Leseverhalten des Personalers auswirken. Superlative lassen selten Spielraum für negative Interpretationen.

  1. [1]Schade, Friedrich (2011) „Praktikumsrecht“, Stuttgart: Kohlhammer, S. 14.

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