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Sozialversicherungspflicht im Praktikum

Veröffentlicht von | 4. Mai 2012 | Praktikumsrecht

Auch in puncto Sozialversicherungspflicht gibt es je nach Art des Praktikums Unterschiede. Um die Beitragszahlungen zur Arbeitslosen-, Renten- und Arbeitsunfallversicherung kümmert sich stets der Arbeitgeber bzw. der Praktikumsgeber, auch wenn er ein Praktikum nicht vergütet. Nur die Beiträge zur Pflege-und Krankenversicherung fließen direkt vom Konto des Arbeitnehmers/ Praktikanten an die jeweilige Krankenkasse.

Pflichtpraktikum vor und nach dem Studium

Wird dieses Praktikum vergütet, dann ist der Praktikant in vollem Maße sozialversicherungspflichtig. Die Regelungen für Mini-Jobs und die Sozialversicherungsfreiheit für Studenten gelten nicht. Bei einem Entgelt von höchstens 325 € pro Monat muss der Arbeitgeber alle Sozialversicherungsbeiträge selbst zahlen. Bei einem Verdienst von über 365 € monatlich (Stand 2011) entfällt die kostenlose Mitversicherung in der Familienversicherung der Krankenkassen – ab dem Alter von 25 Jahren müssen diese Beitragskosten ohnehin selbst getragen werden. Wird keine Vergütung gewährt, ist der Arbeitgeber trotzdem verpflichtet, einen pauschalen Mindestbeitrag zur Renten- und Arbeitslosenversicherung zu leisten. Nicht familienversicherte Praktikanten müssen sich zu den Konditionen der studentischen Krankenversicherung krankenversichern. Für die Kosten (derzeit bei etwa 80 €) haben sie selbst aufzukommen.

Pflichtpraktikum während des Studiums

Die Sozialversicherungspflicht entfällt bei einem solchen Praktikum grundsätzlich, egal wie viel die Vergütung monatlich beträgt. Sollte der Praktikant mehr als 360 € im Monat (Stand 2009) verdienen oder ist er bereits über 25, muss er sich zu Studenten-Konditionen (derzeit bei etwa 80 €) selbst krankenversichern.

Freiwilliges Praktikum vor und nach dem Studium

Hier greifen die Regelungen für geringfügig Beschäftigte. Wird mehr als 800 € verdient, ist der Praktikant zu denselben Konditionen sozialversicherungspflichtig wie jeder andere Vollbeschäftigte auch. Bereits bei einem Gehalt von über 360 € (Stand 2009) geht der Status eines familienversicherten unter 25-Jährigen verloren und es muss sich selbst krankenversichert werden. Diese Art von Praktikum wird wie ein normales Arbeitsverhältnis behandelt – auch wenn sie es de facto nicht ist. Dem Praktikanten werden damit sämtliche Arbeitnehmerrechte zuteil.

Freiwilliges Praktikum während des Studiums

Ein freiwilliges Praktikum während des Studiums entspricht einer Beschäftigung zur Studienfinanzierung. Es gelten in diesem Fall die Regelungen für geringfügig Beschäftigte sowie für Werkstudenten.

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